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In Deutschland ist der Apfel noch immer unangefochten die am meisten verzehrte Frucht. Zusammen mit Orangensaft stehen Apfelsaft und Apfelsaftgetränke auch an der Spitze der meistkonsumierten Fruchtsäfte.
Apfelsaft darf keine Zusätze von Wasser oder Zucker enthalten. Zulässig und im konventionellen Bereich weit verbreitet ist aber die Rückverdünnung von Apfelsaftkonzentrat mit entmineralisiertem Wasser. Unerwünscht starke Verfärbungen durch Einwirkung von Oxidationsenzymen ("enzymatische Bräunung") können durch rasches Verarbeiten und Inaktivieren der Enzyme durch Hitzebehandlung vermieden werden. Ein Zusatz von schwefeliger Säure und anderen Konservierungsstoffen ist wie bei allen Frucht- und Gemüsesäften nicht erlaubt.
Die beste Qualität wird meist durch das Zusammenmischen ("Verschneiden") verschiedener Apfelsorten erzielt. Für ein schmackhaftes Getränk ist vor allem das richtige Zucker-Säure-Verhältnis von Bedeutung. Sortenreine Säfte, insbesondere von säurearmen Äpfeln, schmecken oft fade und eignen sich auch nicht gut zum Mischen mit Mineralwasser. Zucker- und zugleich säurereich und daher für Saft- und Mostbereitung hervorragend geeignet sind z.B. Boskoop, Bohnäpfel und die lokal verbreiteten Mostapfelsorten, wie sie vor allem in Streuobstgebieten zu finden sind.
Bei der Herstellung eines klaren (blanken) Saftes gehen nur die wasserlöslichen Bestandteile (Zucker, Säuren, freie Aminosäuren, Ascorbinsäure und die Vitamine der B-Gruppe sowie die meisten der Mineralstoffe und Phenole) nahezu vollständig in den Saft über. Die in Wasser nicht bzw. schwer löslichen Stoffe (Eiweiße, die meisten Pektine, außerdem Lipide und Carotinoide) bleiben zum Teil bereits im Pressrückstand bzw. werden mittels Schönungs- und Klärungsverfahren entfernt. Während bei der Klärung vor allem mechanische Verfahren (Filtration, Seperation) zur Anwendung kommen, geschieht die Schönung durch Zusatz bestimmter Substanzen wie z.B. Gelatine und Enzympräparate.
Bei der Herstellung von naturtrübem Apfelsaft wird der frisch gepresste Saft lediglich zentrifugiert, um ganz grobe Trübteilchen zu entfernen. Anschließend wird der Direktsaft nur noch kurzzeiterhitzt und sofort abgefüllt. Die meisten Inhaltsstoffe des ursprünglichen Fruchtsaftes bleiben erhalten. Nach dem Abfüllen bilden sie einen mehr oder weniger stark ausgeprägten Bodensatz.
Bio-Apfelsaft wird meistens (aber nicht zwangsläufig) als naturtrüber Direktsaft angeboten, Antioxidationsmittel und andere Zusätze sind in jedem Fall tabu. Der Saft dunkelt daher meist etwas nach.
Hinsichtlich ihrer Vitamingehalte weisen die verschiedenen Apfelsorten und damit auch der Saft erhebliche Unterschiede auf. So wurden in umfangreichen Untersuchungen von mehr als 130 Apfelsorten durchschnittliche Vitamin-C-Gehalte von 2,3 - 31,8 mg/100 g Frischsubstanz gemessen. Besonders vitaminreich sind z.B. die Sorten Berlepsch und Ontario (> 30 mg/100 g). Aber auch innerhalb einer bestimmten Sorte können die Vitamingehalte in Abhängigkeit von Anbaubedingungen und Klima beträchtlich schwanken. Neben Vitamin C enthält Apfelsaft nennenswerte Mengen an Carotin, Thiamin, Riboflavin, Niacin, Panthotensäure, Vitamin B6 und Folsäure, des Weiteren reichlich Kalium, das die Eigenschaft hat, überschüssiges Wasser im Körper auszuschwemmen, sowie Calcium, Magnesium und Phosphorverbindungen, die für Gehirn und Nervensystem eine wichtige Rolle spielen. Bei den bereits erwähnten Pektinen handelt es sich um hochmolekulare Pflanzenstoffe, die im Darm quellen und daher in gewissem Umfang Gifte binden können. Frischer Apfel-Direktsaft unterstützt die Verdauung, als Mischgetränk mit Mineralwasser ist er eine ideale Erfrischung nach körperlichen Anstrengungen.


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