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Merkmale kontrolliert biologischer Säfte

Die Früchte für Bio-Säfte sind aus kontrolliert biologischem Anbau und oft aus der Region.

Die für Bio-Säfte verwendeten Früchte werden langsam und schonend gepresst, der Saft benötigt anschließend keinerlei Zusätze. Der naturtrübe Saft, in dem noch alle wertvollen Bestandteile enthalten sind, wird bei 75-80°C schonend pasteurisiert und anschließend sofort wieder gekühlt.

 

Bei der späteren Abfüllung in Flaschen wird der Saft dann noch einmal mitsamt der Flasche erhitzt. Auf zusätzliche Zuckerung wird verzichtet und eine Vitaminisierung ist untersagt.

Sämtliche andere Verfahren der Saftherstellung (wie z.B. die Herstellung von Säften aus sprühgetrocknetem Konzentrat) erfordern den Einsatz hochtechnisierter Verfahren.

 

Viele konventionell erzeugte Säfte werden heute aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt. Die Bio-Anbauverbände in Deutschland verbieten die Verwendung von Saftkonzentraten, die EU-Biokontrolle erlaubt dagegen diese Methode.

 

In den letzten Jahren findet man wieder öfter Obstsäfte aus Streuobstwiesen (extensiv genutzte Obstwiesen, seltener Obstäcker mit hochstämmigen, meist sehr langlebigen und robusten Sorten). Der Einsatz von chemischen Spritzmitteln erübrigt sich deshalb meistens. Dennoch dürfen die Anbieter ohne BIO-Zertifikat (Zugehörigkeit zu einem Anbauverband bzw. EU-BIO) den Saft nicht als "biologisch" vermarkten.

 

Naturschutzverbände unterstützen häufig den Streuobstanbau, da diese Obstwiesen wertvolle Lebensräume für seltene und gefährdete Vogelarten und Insekten darstellen.

 


Kann eine Extraportion Vitamine schaden?

Wenn sie aus einer Extraportion Obst oder Gemüse stammen sicher nicht, aber die Vitamine aus dem Labor entsprechen eben nicht exakt dem natürlichen Vorbild. Sie können auch gentechnisch hergestellt werden. Bei der Vitaminisierung von Lebensmitteln ist eine Überdosierung nicht auszuschließen. So kann in Fruchtsäften der zugesetzte Gehalt an Vitamin C bis zu dreimal über dem Tagesbedarf liegen. Das liegt an der Tatsache, dass sich Vitamin C im Laufe der Zeit abbaut und auch am Ende des Haltbarkeitsdatums noch der angegebene Gehalt an Vitamin C zur Verfügung stehen muss.

 


Obstsäfte

Obstsäfte sind der flüssige Teil des Obstes (z.B. Steinobst, Kernobst, Zitrusfrüchte, Beerenobst, Trauben, Wildfrüchte). Fruchtsäfte können aus einer Frucht gewonnen werden oder aus einer Mischung verschiedener Fruchtsäfte bestehen. Ein Saft wird immer aus 100% Fruchtsaftanteil hergestellt.

 

Als wertgebende Inhaltsstoffe gelten insbesondere natürliche Aromastoffe (z.B. Fruchtester, Alkohole, Aldehyde etc.), Vitamine, Fruchtsäuren, Pektine und Zucker, die jedoch in den einzelnen Obstarten in unterschiedlichen Konzentrationen vorkommen. Neben den Aromen haben auch die Fruchtsäuren große Bedeutung für den Geschmack. Vorherrschend sind im Stein- und Kernobst die Apfelsäure, im Beerenobst die Zitronensäure und in Trauben die Weinsäure. Konventionell werden Säfte meist aus Fruchtsaftkonzentrat hergestellt (Kennzeichnungspflicht). Dazu werden die Früchte gepresst, das Aroma wird von der entstandenen Fruchtmaische getrennt und dem Rest werden 6-8 Anteile Wasser entzogen, um bessere Lagerbedingungen zu erhalten. Bei der Fruchtsaftherstellung werden meist viele Kilometer davon entfernt die Einzelkomponenten wieder zusammengeführt und meist noch einiges mehr zugesetzt. Ohne Deklaration dürfen 15g isolierte Zucker zur Geschmacksstandardisierung zugesetzt werden, als sog. Korrekturzuckerung. Häufig werden Vitamine zugesetzt.


Muttersaft

Beim Begriff "Muttersaft" handelt es sich um eine ältere, heute hauptsächlich in der Reform- und Naturkostbranche übliche Bezeichnung für einen Fruchtsaft, der wegen seines hohen natürlichen Säuregehaltes im Allgemeinen nicht zum unmittelbaren Genuss geeignet ist. Muttersäfte müssen erst durch entsprechenden Zusatz von Wasser trinkfertig gemacht werden oder in anderer Weise weiterverarbeitet werden. Wird neben Wasser auch Zucker zugesetzt, spricht man von Fruchtnektaren.

 

Hochwertige Muttersäfte, die u.a. frei von Gärhefen sein sollen, erfordern eine besonders sorgfältige Verarbeitung. Einige Bio-Safthersteller bieten Muttersäfte wie Heidelbeersaft, Holundersaft, Sanddornsaft, Preiselbeersaft, Schlehdornsaft oder Schwarzen Johannisbeersaft auch ungesüßt an.

 


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